Bayer zeigt Nerven: Auf ein bei transform erschienenes Interview hin werden die Kommunikationsstrategen des Großkonzerns aktiv. Was verrät das über Bayers aktuelle Situation?

Da hat sich die Pressestelle von Bayer in der Techniknote fast eine glatte Eins verdient. In einem vor Kurzem im transform-Magazin erschienenen Interview kritisiert die indische Quantenphysikerin und Öko-Aktivistin Dr. Vandana Shiva die Fusion der beiden Chemie-Multis Monsanto und Bayer. Doch das deutsche Unternehmen hatte seine Hausaufgaben bereits gemacht.

Mit einem vorgefertigten Text inszeniert sich der Großkonzern als Aufklärer, garniert mit vielen wissenschaftlichen Belegen, gegen früher von Shiva formulierte Kritik – frei nach dem Motto: Aktivist*innen sind zwar ganz nette Menschen, mit guten Absichten, die man aber nicht so ganz ernst nehmen dürfe. Leider duckt sich Bayer vor den eigentlichen Kritikpunkten des Interviews weg:

  • Die Fusion sei undemokratisch, es sei massiver Druck auf Regierungen und Regulierer ausgeübt worden.
  • Mais und Soja ernährten vor allem Nutztiere, nicht aber Menschen.
  • Das Geschäftsmodell von Monsanto habe viele Menschen in die Armut getrieben.
  • Pestizide würden zum Rückgang von Biodiversität beitragen.

Warum Bayer in seiner vorgefertigten Antwort aus allen Rohren feuert, weiß nur der Konzern selbst. Klar ist, dass Bayer einen im Ansehen stark angeschlagenen Konkurrenten übernommen hat: Die Kritik an Monsanto war zuletzt unüberhörbar laut geworden. Bayer wird viel aufarbeiten müssen, aber ob das in diesem Stil gelingen kann, ist fraglich.

Bayer, da hätten wir schon mehr erwartet. Gut gebrüllt, Godzilla, aber mehr als ein unangenehmes Pfeifen im Ohr bleibt nicht zurück. Vielen Dank in jedem Fall für die Aufmerksamkeit!


Beitragsbild: Alejandro Polanco auf Flickr (CC-BY-NC-2.0)

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