transform

BLOG ZUM MAGAZIN FÜRS GUTE LEBEN

März 2017
M D M D F S S
« Feb    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Kategorien



Vor einigen Tagen veröffentlichten wir hier einen Beitrag von André Rathfelder mit dem Titel „Es ist egal, ob Du die Bio-Banane isst“ – obgleich die Unterschrift von transform gewählt wurde und der Autor selbst letztlich eine differenzierte Haltung zum Ende seines Beitrages einnahm, entstand eine Debatte um das Thema. Sind unsere persönlichen Anstrengungen gegenüber möglichen Veränderungen im großen Maßstab beinahe irrelevant? An dieser Stelle veröffentlichen wir einen sehr ausführlichen Kommentar von Friedrich Naehring, der dieser Frage auf den Grund geht.

 

Der Überschrift „Es ist egal, ob du die Bio-Banane isst“ kann ich zustimmen. Ein wirklich gutes Leben, das Harmonie mit der Welt sucht, erscheint mir mindestens ebenso erstrebenswert wie strukturelle Veränderungen in unserer Gesellschaft. Beide bedingen einander.

unsplash_Lotte-Loehr

Die genannte IEEE-Veröffentlichung unter Führung des MIT-Professors Timothy Gutowski behauptet einerseits, dass eine Person mit mittlerem bis gehobenem Einkommens in den USA maximal zu 30% Minderung der Klimawirkung beitragen kann bzw. möchte, da größere Veränderungen für die meisten Menschen inakzeptabel seien. Die untersuchten Einzelpersonen in diesem Gesellschaftssegment haben aber sehr wohl deutlich unterschiedlichere Lebensstile mit einer Klimagasemission zwischen 27 und 80 Tonnen CO2-Äquivalent pro Kopf und Jahr.

Das führt mich zu dem Schluss, dass sehr wohl eine deutlich größere Absenkung der persönlichen Klimagasemission als 30% möglich ist, wenn sie denn gewollt wird. Ich erkläre mir die anders lautende Schlussfolgerung damit, dass die Autoren der Studie einer Hochtechnologie-Branche angehören, die den American Way of Life nicht verlassen wollen und damit eine stärkere Minderung der Klimagasemission nicht akzeptieren können. Meine Kritik des Artikels samt Interpretation der Daten im Einzelnen:

Mein Kommentar besteht aus Thesen zum persönlichen Umgang mit dem Klimawandel und einer scharfen Erwiderung auf die einzelnen Argumente in dem Text „Es ist egal, ob du die Bio-Banane isst“.

Thesen

Wir dürfen uns nicht auf die Methoden des jetzigen Systems verlassen.

Dynamik des Umgangs mit dem Klimawandel: Um den Klimawandel aufzuhalten, dürfen wir uns nicht auf die Methoden des jetzigen Systems verlassen. Im Zuge des Prozesses der Bremsung und der Anpassung an die Klimaerwärmung gehen wir im Laufe der Zeit von immer neuen Voraussetzungen aus, die wir selbst durch unser Handeln erreicht haben.

Es ist eine Kunst, Daten richtig zu lesen und zu interpretieren.

Der Klimwandel und die Notwendigkeit, gesellschaftlich darauf zu reagieren, ist eine Folge der industriellen Revolution mit ihrer Nutzung von Kohle, Öl und Gas. Die Vollendung der industriellen Revolution fand im kapitalistischen Wirtschaftssystem statt, das heute weltweit als neoliberale globale Marktwirtschaft existiert. Die Biobanane ist Teil und Produkt dieses Systems.

Die Rückkehr zum vorindustriellen Zeitalter ist nicht möglich, denn dessen geringe Produktivität würde Milliarden Menschen das Leben kosten.

Man kann allerdings nicht zur Null-Emissionsgesellschaft kommen, ohne etwas am neoliberalen Markt- und Produktionssystem zu ändern. Möglicherweise bricht das neoliberale System am ungebremsten Klimawandel zusammen, mit Hunger und sehr vielen Toten.

Um einen anderen Entwicklungspfad zu beschreiten, müssen wir eine völlig neue Kultur entwickeln, deren Umrisse noch nicht erkennbar sind. Dieser Prozess wird in den nächsten Jahrzehnten vollendet sein, falls es nicht zum o.g. Kollaps kommt. Diese Transformation umfasst die Produktions- und die Konsumtionssphäre, also das ganze menschliche Leben auf dem Planeten.

Erwiderung auf „Es ist egal, ob du die Bio-Banane isst“

„Wer bio isst und öko lebt, wird allein den Planeten nicht retten können.“

Ich stimme zu. Allerdings gilt auch: Wer das „richtige“ politische Bewusstsein hat, wird allein den Planeten nicht retten können.

Einspruch gegen die Behauptung, „dass die auf grüne Werte und Überzeugungen fokussierte neue „Öko-Bewegung“ am Kern des Problems vorbeilebt.“

Die einzelnen Aktivitäten Öko-Bewegter haben sehr wohl einen Einfluss auf ihre persönliche Klimagasemission. Je mehr Optionen zur Klimagasminderung die einzelnen wählen und miteinander kombinieren und je mehr Öko-Bewegte es sind, um so größer ist ihr Einfluss auf das Weltklima.

Der Lebensstil macht einen großen Unterschied!

Der Lebensstil macht einen großen Unterschied! Dazu muss man allerdings die verfügbaren Daten richtig lesen und interpretieren – und seinen Lebensstil wirklich ändern. Man kann nicht am gewohnten Lebensstil festhalten wollen und glauben, der Kauf von Biobananen und Energiesparlampen reiche zur Minderung des persönlichen Klimabeitrages. So weiterleben wie bisher und gleichzeitig die Nullemission erreichen geht nicht.

Die zitierte Studie aus den USA und die daraus wiedergegebene Graphik zeigt, dass Lebensstile die persönliche Klimagasemission sehr wohl stark bestimmen. Der etwa waagerecht verlaufende mittlere Teil der Graphik mit mittleren bis gehobenen Einkommen und mittlerer Klimagasemission enthält die Lebensstile

  • Nursing Home – Pflegeheim
  • Monk 1 – Mönch 1 (der über Einkommen verfügt im Gegensatz zu Mönch 2)
  • Vegan sich ernährender Student
  • Retiree – Ruheständler
  • TFA (Teach for America, siehe Wikipedia) ambitionerter Lehrer, in Chicago
  • TFA in Houston
  • TFA in New York City
  • Artist – Professioneller Künstler
  • Ingenieur
  • Soccer Mom – Hausmutter, Mutter, die ihre Zeit damit verbringt, ihre Kinder zu außerschulischen Veranstaltungen zu fahren
  • Management Consultant – Berater
  • Investment Banker
Erwärmungspotential ( c Massachusetts Inst. of Technol., Cambridge, MA )
Global warming potential per person and disposable income for 23 different Life Styles in the United States. Note that the average GWP for the U.S. in 1997 was approximately 24 t CO2E per capita. Treibhauspotential pro Person und verfügbares Einkommen für 23 Lebensstile in den Vereinigten Staaten. Angemerkt sei, dass das mittlere Potential für die USA 1997 etwa 24 Tonnen CO2-Äquivalent pro Kopf betrug.

 

In diesem mittleren Teil der Graphik, also außerhalb der Extreme, schwankt die persönliche Klimagasemission zwischen jährlich 27 Tonnen CO2-Äquivalent des vegan sich ernährenden Studenten (engl. GWP greenhouse warming potential gemessen in MT metrical tons of CO2 Equivalent per caput and year) und 80 Tonnen für den Investmentbanker. Das ist ein Faktor 3, innerhalb dessen die Lebensstile der „normalen“ Leute sich bewegen. Anders als auf linearen Skalen sieht der Faktor 3 hier auf den logarithmischen Skalen rechts und links, auf denen die Zahlen 1, 10, 100 usw. in gleichmäßigen Abständen angeordnet sind, recht klein aus.

Wenn der vegane Student die Universität verlässt, Investmentbanker wird und der Übernahme der klimaintensiven Lebensstile seiner Kolleginnen und Kollegen widersteht, pflegt er für heutige nordamerikanische Verhältnisse weiterhin einen „klimaschonenden“ Lebensstil, um den Faktor 3 besser als seine berufliche Umgebung. Wenn man allerdings bedenkt, dass die mittlere Emission der US Bevölkerung 24 Tonnen beträgt, so erkennt man, dass die Graphik beispielhaft, aber nicht repräsentativ sein kann, da sie viele arm und schlecht und/oder ökologisch lebende ausblendet. Es gibt also viel mehr US-Amerikaner, die deutlich klimafreundlicher leben als die in der Graphik dargestellten Beispiele vermuten lassen.

Berücksichtigt man also diese Personen mit sehr niedriger persönlicher Emission, so kommt man auf eine Spanne von etwa 1:5, d.h. Faktor 5 für die Emission aus unterschiedlichen Lebensstilen in der US-Gesellschaft, von etwa 16 bis 80 Tonnen.

Die Untergrenze liegt bei 10 Tonnen und entspricht der Pro-Kopf-Emission des US-amerikanischen Staatenbundes, der US-Staaten und der Kommunen. Bei der Interpretation des zu Deutschland (1,1 Tonnen) vergleichsweise hohen Wertes sollte man berücksichtigen, dass die Hälfte des US-Staatsbudgets für Militär ausgegeben wird, und dass trotz der Initiative von Präsident Obama für kohlenstoff-freies Kriegswesen es ein höheres Emission-zu-Dollar-Verhältnis hat als das zivile Leben.

Die verfügbaren Einkommen in diesem mittleren Bereich liegen zwischen 0 (Hausmutter) und 150.000 Dollar pro Jahr (Investmentbanker). Die Staatsausgaben inklusive sozialer Unterstützung liegen bei 10.000 Dollar pro Kopf und Jahr, insgesamt liegt die persönliche Unterstützung durch die öffentliche Hand lt. der angegebenen IEEE-Veröffentlichung bei 4.400 Dollar.

Freilich gibt es einen deutlichen strukturellen Einfluss auf die persönlichen Emissionen. Das sieht man am Unterschied zu den Deutschen, die im Mittel 11 Tonnen emittieren, ohne dass ihr Lebensstil so viel ärmer oder verschwenderischer wäre. Diesen strukturellen Unterschied zwischen USA und Deutschland kann man als grob mit einem Faktor 2 angeben (24/11), das ist also weniger als der Faktor 5 zwischen unterschiedlichen Lebensstilen im gleichen Land.

Mithilfe von C02-Rechnern könnt ihr euren Lebensstil abchecken.

Ihr könnt diese großen Unterschiede der Lebensstile in Eurem eigenen Leben theoretisch und praktisch erproben. Dabei helfen Privatleben-CO2-Rechner, etwa hier. Rechnet aus, wie weit ihr unter oder über der durchschnittlichen Emission von 11 Tonnen liegt. Durch Eingabe von Zielen, wie Ihr Euren Lebenstil verändern wollt, in welche Richtung auch immer, könnt Ihr sehen, welchen Spielraum Ihr habt oder Euch praktisch zubilligt.

Das ist kein einmaliger Aha-Effekt. Sondern Ihr werdet erfahren, dass sich im Laufe der Jahre sowohl der CO2-Rechner, infolge der bereits erreichten Veränderungen, als auch Eure eigene Einschätzung Eures Lebens wandelt: was Ihr Euch zumutet, wie Ihr selbst Eure Möglichkeiten einschätzt und wie sie sich tatsächlich verändern. Innerhalb von 10 Jahren bin ich von 12 Tonnen auf 6 Tonnen persönliche Emission gekommen, indem ich von Ölheizung auf Passivhaus, Wohnungsverkleinerung, Umstellung auf fleischarme Ernährung, lange und sparsame Produktnutzungszeiten, Ökostromnutzung, weitgehender Verzicht auf Flüge, Abschaffung des Autos und Nutzung von Carsharing, öffentlichem Nahverkehr und überwiegend Fahrrad mich verändert habe. Ich fühle mich aus diesen und anderen Gründen jetzt wohler, lebendiger und reicher als vorher, und mir hat die Umstellung Spaß gemacht. Ich weiß, dass die übrigen 6 Tonnen nicht so einfach, sondern eine echte Herausforderung sein werden. Dafür mache ich mir verschiedene sozial-ökologische, noch nicht ausgereifte Pläne jenseits der etablierten Marktwirtschaft.

Wenn Ihr mit den Klima-Rechnern experimentiert, könnt Ihr sehen, dass Ihr von den 30 kg täglicher persönlicher Emission (Rucksack) dauerhaft jeweils etwa 3 kg loswerden könnt durch eine der folgenden 14 Veränderungen:

 

  • Fleisch > Vegetarier
  • beheizte Wohnfl. -25%
  • Strom > Öl
  • Öl > Gas
  • Gas > Hackholzschnitzel
  • Baden > Duschen
  • -1 Flug/a
  • -1/2 Flug/a mit Zwischenlandung
  • langlebige Güter
  • im Ortsmarkt und Bioladen kaufen
  • Hotel > einfache Herberge
  • Auto > Rad Bahn Bus
  • Ökostrom
  • Niedrigenergie- > Passiv-Haus

 

Wählt Euch zunächst die leichteren Veränderungen aus!

Persönliche Motivation, strukturelle und Lebensstil-Veränderung sind aus meiner Sicht gleich wichtig. Dennoch: Persönliche Motivation allein nützt gar nichts, man muss auch tun und das eigene Leben wirklich gestalten.

Politiker tun nur das, wozu sie von den Wählern oder der Wirtschaft gezwungen werden.

Die strukturellen Veränderungen, die vor allem in der Produktion und im Staat erforderlich sind, können auch nur durch persönliche Motivation angestoßen und erzwungen werden. Man darf nicht auf die Politiker hoffen, denn die tun nur das, wozu sie von den Wählern oder der Wirtschaft gezwungen werden. Wir müssen uns also selbst am Arbeitsplatz und im politischen Leben stark machen. Die Parteien, die vermutlich für die Bundestagswahl 2017 zur Verfügung stehen, sind allesamt nicht so aufgestellt, dass sie die Klimaziele, die in Paris formuliert wurden, politisch erreichen können. Die Grünen hängen an ihrem Green New Deal fest, der annimmt, man könne mit Umstellung auf erneuerbare Energien und technische Effizienzsteigerung Wachstum generieren und gleichzeitig die Emissionen reduzieren. Keine Partei mit Wahlchancen hat das Primat im Programm, kontinuierlich und ausreichend schnell zur Null-Emissionsgesellschaft überzugehen. Warum? Ich bin Unterstützer eines Manifestes für ein zukunftsfähiges Deutschland, das u.a. einen Weg rein struktureller Veränderungen hin zur Nullemission aufzeigt.

Ein gutes Werkzeug in unserem Kampf um tatsächliche persönliche und strukturelle Veränderungen ist neben den Klimarechnern die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen des statistischen Bundesamtes.

Ähnlich der Darstellung des Bruttoinlandproduktes in den Sphären Erzeugung, Verteilung und Verbrauch wird die Emission der Klimagase in der Produktionssphäre und der Konsumtionsphäre detailliert dargestellt, die Distribution wird hier noch nicht abgebildet. Beiden Sphären, Produktion und Konsumtion, wird die selbe Menge an Klimagasen zugeordnet – so wie in der ökonomischen Gesamtrechnung ihnen das selbe Bruttosozialprodukt entspricht. Was bei Produktion und Verschleiß von Produkten und Dienstleistungen in einem Wirtschaftszweig emittiert wird, haftet den Produkten an, die die unterschiedlichen Konsumenten einkaufen und verbrauchen. Ändert ein Konsument seinen Lebensstil, ändert sich zwangsläufig die Produktion.

Bietet ein Produzent oder Dienstleister Produkte, bei deren Herstellung und Verbrauch viel Klimagas entsteht, nicht mehr an, oder der Staat verbietet ihm, diese zu verkaufen, verschiebt sich in gleichem Umfang auch bei den Konsumenten der Einkauf und die Nutzung hin zu klimafreundlicherer Lebensweise. Beispiele sind die Reduzierung der Menge an Aluminium durch hohe Stromkosten für dessen Herstellung und EU-Verbot der Glühlampen. Konsumtion und Produktion bedingen sich wechselseitig. Letztendlich ist es egal, ob wir unseren Lebensstil ändern, oder ob die Wirtschaft die Produktion ändert. Daher sollten alle Beeinflussungsmöglichkeiten genutzt werden, um die Klimaziele zu erreichen.

Unseren Einfluss geltend machen.

Wenn der Beitrag „Es ist egal, ob du die Bio-Banane isst“ die Vorstellung vermittelt, wir Privatpersonen können eh nichts anderes tun, als auf strukturelle Veränderungen zu warten und sie von der Politik zu fordern, dann kommt das einem Aufruf zum schleichenden Selbstmord gleich. Es ist fatal. Selbstverständlich sollten wir von der Politik entsprechende Veränderungen verlangen, aber wir sollten nicht darauf warten. Denn dann wird die Politik nichts tun. Außerdem sind die Hälfte von uns Privatpersonen in der Wirtschaft, der Erziehung und Verwaltung tätig und wir sollten uns nicht scheuen, auch da unseren Einfluss geltend machen.

Als Student kann man z.B. darauf dringen, dass die Universität für ihre Gebäude und ihren Universitätsbetrieb ein formales Umweltaudit durchführt, Studenten sollten sich stark machen, daran mitzuwirken. Daraus können Maßnahmen abgeleitet werden, die die Klimagasemission am kostensparendsten senken. Das Mensaessen umfasst nur ein Viertel des täglichen Nahrungsbedarfs. Man kann im Rahmen des Editings auf eine Umstellung hinwirken und Beispiele anführen, wo es umweltgerechteres Mensaessen gibt. Für die übrigen 3/4 des Nahrungsbedarfs hat man mehr Freiheiten der Wahl.

Man kann die Menge der Nahrung auf die notwendige Tagesmenge beschränken, was die meisten nicht tun (und damit den bekannten Zivilisationskrankheiten die Chancen erhöhen). Man kann die Studentenwohnung sowohl nach ökonomischen Gesichtspunkten als auch nach dem Klimapass auswählen, den der Vermieter zur Verfügung stellen muss und einen Kompromiss finden, der beiden Gesichtspunkten gerecht wird. Darüber hinaus kann man eine Studentenbude wählen, die nur halb so groß wie die durchschnittliche ist, also etwa 15 m² – aber eben nur, wenn man will, nicht, weil man muss. Nützliche Hinweise für alle Situationen des Lebens gibt das Buch von Robert and Brenda Vale „Time to eat the dog? the real guide to sustainable living“ (London 2009). Ohne dieses Selbst-Tun erreicht der Einzelne nicht 6 Tonnen Emission, und er ist vom bloßem Reden auch kein Vorbild für seine Kommilitonen, Verwandten und Bekannten. Er kann nichts vormachen. Wenn aber genügend viele die 6 Tonnen erreichen, dann sehen wir, wie wir die nächsten 3 Tonnen reduzieren können. Nur mit guter Motivation politisch aktiv zu sein und darauf zu vertrauen, dass die Politik es richtet, das wird nicht funktionieren.

Das schlechteste Beispiel ist wohl die Biobanane, die heute durch den massiven Einsatz von Technik großgezogen und zu uns gebracht wird. Ich glaube nicht, dass ihre Klimawirkung geringer ist als eine mit den alten industriellen Methoden hergestellte. Es lohnt sich bei allem was wir tun, genau hinzusehen. Wie wäre es mit einem Apfel aus dem eigenen Garten oder dem von Verwandten und Bekannten? Die meisten alten Apfelbäume werden nicht gepflückt, neue Bäume fast nur in industriellem Maßstab angepflanzt und das schön aussehende Obst in den Supermärkten vermarktet.

 

Über den Gastautor

Der Kommentator Friedrich Naehring beschäftigt sich mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Er ist als Berater für Biokohle tätig bei BioMaCon.com. Er sucht Beispiele für Produkte und Dienstleistungen, die klimaneutral hergestellt wurden, vor allem aus Sachsen, und ist für Hinweise dankbar an friedrich(AT)naehring info. Beispielsweise bietet die Deutsche Bahn emissionsfreie Fahrten für Personen und Güter (Schenker) an.

 

Titelbild: CC0, unsplash, Henry Doe, Bananenbild im Beitrag: CC0, unsplash Lotte Löhr


Kommentare

1

Close