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Die Moral des Fliegens – das mag auf den ersten Blick verwundern. Wir leben in einer Zeit, in der das Fliegen für die meisten von uns zum Alltag gehört. Fernbeziehung, Freunde besuchen, Urlaub machen – alles mit dem Flugzeug. Viele Gedanken und Assoziationen kommen uns zum Fliegen, wenige haben dabei mit der Moral zu tun. In diesem Beitrag möchte ich genau dies wagen: das Fliegen aus einer moralischen Perspektive betrachten. Dabei möchte ich der Frage nachgehen, ob wir auf individueller Ebene eine moralische Verpflichtung haben, nicht zu fliegen.

 

Weltklima und Gerechtigkeit

Etwa 80% der gesamten anthropogenen Treibhausgase gehen auf das Konto der Industrie Nationen.

Zunächst ein paar Sätze zu der Frage, warum der Klimawandel in erster Linie ein Gerechtigkeitsproblem darstellt. Der Klimawandel ist ein von den Industrienationen verursachtes Problem. Circa 80% der gesamten anthropogenen Treibhausgasemissionen gehen auf ihr Konto. Von den verbleibenden 20% der Entwicklungsländer ist wiederum China für die Hälfte verantwortlich. Im Gegensatz dazu werden es in erster Linie die Entwicklungsländer sein, die unter den negativen Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Extremwetterereignisse, Dürreperioden, Verlust an fruchtbarem Boden, all dies wird zuerst die Entwicklungsländer treffen (die darüber hinaus noch weitaus geringere Mittel haben, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen).

207572-Climate_Change_2015_Press_Countries_V01Die im Climate Change Vulnerability Index 2015 als „extrem gefährdet“ gelisteten Länder sind ausnahmslos Entwicklungsländer. In der Sahelzone hat sich die Anzahl der wetterbedingten Katastrophen in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Bangladesch wird bis 2050 10% seiner Landfläche an den Ozean verlieren, das ins Grundwasser einströmende Salzwasser lässt jährlich kilometerbreite Landstriche versalzen. Dabei trägt Bangladesch mit Pro-Kopf-Emissionen von 0,16 t pro Jahr gar nicht zum Klimawandel bei (jede/r Deutsche emittiert 67-mal mehr). Es herrscht also eine krasse Asymmetrie zwischen Verursachenden und Leidtragenden. Wir sprechend deshalb von Victimization: Entwicklungsländer werden zum Opfer einer Problematik gemacht, zu der sie selbst kaum beigetragen haben. Gerechtigkeitsaspekte mit Blick auf zukünftige Generationen haben wir dabei noch gar nicht berücksichtigt.

 

Das 2°-Ziel – Willkommen in der Wirklichkeit

Ein weiterer Aspekt zentral für unsere moralische Betrachtung des Fliegens: das sogenannte 2-°C-Ziel. Es wurde auf der UN-Klimakonferenz 2010 in Mexiko erstmals als Ziel auf globaler Ebene festgelegt und besagt, dass die globale Erwärmung im Mittel einen Anstieg von 2°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau nicht übersteigen soll. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Folgen einer Erwärmung über 2°C nicht mehr zu kontrollieren sind und ein für die Menschen gefährliches Ausmaß annehmen. Vielen Entwicklungsländern ist diese Zielsetzung zu niedrig, sie plädieren für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C, da die Folgen für sie sonst katastrophal wären. Was müssen wir tun, um das 2°C-Ziel nicht zu verfehlen?

Wir müssten die Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre bei rund 450 parts per million (ppm) CO2-Äquivalenten stabilisieren. Lagen die Werte vor der Industrialisierung noch bei 280 ppm, sind sie bis heute auf 430 ppm angestiegen. Wir hätten also noch einen Puffer von 20 ppm, was einem globalen Treibhausgasausstoß von 900 Mrd t CO2-Äquivalenten entspricht. Verteilt man dieses verbleibende Budget gleich auf alle Erdenbewohner, hätte jeder von uns bis 2050 ein jährliches CO2-Budget von circa 2t zur Verfügung. Ein Hin- und Rückflug von Deutschland nach Neuseeland verursacht pro Passagier 14t CO2-Emissionen, überschreitet das jährlich zur Verfügung stehende Budget also schon um das 7-fache. Die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen liegen in Deutschland bei über 11t pro Kopf und Jahr. Bei einer gleichen Pro-Kopf Verteilung des verbleibenden CO2-Budgets müsste Deutschland seine Emissionen bis 2050 um 80% senken!

 

Der Klimawandel ist ein Gemeinschaftsproblem

Erst die Summe unserer Flugaktivitäten trägt in einem schädlichen Ausmaß zum Klimawandel bei.

Kommen wir nun zum Fliegen. Ich spreche hier vom Fliegen in der Freizeit, da wir uns in diesem Artikel auf der Ebene des Individuums bewegen wollen. In den meisten Diskussionen zum CO2 Austoß wird eine Verpflichtung zur Verhaltensänderung auf individueller Ebene abgelehnt. Das gängigste Argument dagegen ist, dass individuelles Handeln mit Blick auf den Klimawandel keinen direkten Schaden für andere zur Folge hat. Tatsächlich wäre dies für einen einzelnen Freizeitflug schwer zu begründen. Meine durch einen Flug nach Neuseeland ausgestoßenen 14 Tonnen CO2 alleine hätten keine negativen Klimaveränderungen zur Folge und würden auch keinem anderen Menschen einen merklichen Schaden zufügen. Erst die Summe unserer Flugaktivitäten trägt in einem Ausmaß zum Klimawandel bei, das zum Nachteil anderer Menschen geht. Es ist also in der Tat ein gemeinschaftliches, kein individuelles Problem. Aus dieser Perspektive scheint also keine individuelle moralische Verpflichtung zur Verhaltensänderung zu bestehen.

An dieser Stelle hört die gängige Argumentation auf und hier möchte ich ansetzen. Meiner Meinung nach ist die Erkenntnis, dass die individuelle Handlung keinen direkten Schaden anrichtet, kein hinreichender Grund, eine moralische Verantwortung abzulehnen. Die Begründung ist einfach: Die aufgezeigte Argumentation widerspricht grundlegend unserer alltäglichen Auffassung des Moralischen!

 

Die individuelle Verantwortung

Stellen wir uns folgende Szene vor: Ein Mann wird von einer Gruppe Jugendlicher verprügelt. Einer der Jugendlichen steht währenddessen Wache um seine Freunde zu warnen, falls Gefahr droht, erwischt zu werden. Er selbst prügelt nicht auf den Mann ein, trägt also nicht direkt zu dessen Leiden bei. Würden wir ihn vom Vorwurf des Unmoralischen frei sprechen, weil sein individuelles Handeln keinen direkten Schaden für den Mann zur Folge hatte?

 

Die bloße Partizipation an einer boshaften Handlung betrachten wir als unmoralisch.

Und noch ein Beispiel: Würden wir das Handeln eines einfachen NSDAP Parteimitglieds als moralisch unbedenklich befinden, weil seine antisemitische Grundhaltung alleine nicht zum Massenmord an unzähligen Mitmenschen geführt hätte? Nein, wir richten unser moralisches Urteil über eine Handlung an der bloßen und wissentlichen Teilnahme an einer Handlung, die für andere schädlich ist, aus. Wir richten uns nicht nach dem konkreten Beitrag, sondern nach dem bloßen Mitmachen. Wir würden gar so weit gehen, den Wachposten als unmoralisch zu bezeichnen, weil er nichts gegen die Geschehnisse unternommen hat, z.B. durch einen Anruf bei der Polizei. Das Parteimitglied der NSDAP würden wir deshalb als unmoralisch bezeichnen, weil es mit seinen Ansichten und Wertvorstellungen den mörderischen Faschismus unterstützt hat. Im Alltag orientieren wir uns also nicht am konkreten Beitrag zu einer schädlichen Folge einer Handlung, vielmehr bewerten wir bereits das Partizipieren an einer solchen Handlung als unmoralisch.

Ein weiteres wichtiges Kriterium, das wir im Alltag zur Bewertung einer Handlung heranziehen, ist, ob jemand eine für andere schädliche Handlung wissentlich ausführt. Schauen wir uns ein naheliegendes Beispiel an. Bereits im 19. Jahrhundert haben Fabriken große Mengen an Treibhausgasen ausgestoßen, die langfristig zum Klimawandel beitrugen. Wir würden den Fabrikbetreibern deshalb aber keinen Vorwurf machen, da sie über die Folgen des Treibhausgas-Ausstoßes nicht Bescheid wissen konnten. Selbst durch eine umfangreiche Recherche hätten sie die Folgen ihres Handelns nicht absehen können, da die Forschung noch nichts über den Klimawandel wusste. Wir würden ihr Handeln nicht als unmoralisch bezeichnen, weil sie sich über die Konsequenzen nicht bewusst sein konnten. Nehmen wir nun an, eine dieser Fabriken sei eine Textilfabrik, in der Kleidungsstücke unter anderem gefärbt werden. Die dabei verwendeten Färbstoffe sondern giftige Dämpfe ab. Obwohl der Fabrikbetreiber dies weiß, entscheidet er sich dagegen, Schutzkleidung für seine Arbeiter zu kaufen, woraufhin mehrere seiner Arbeiter erkranken. In diesem Fall würde unsere Bewertung anders ausfallen. Der Betreiber weiß über die negativen Folgen Bescheid, ändert sein Handeln aber trotzdem nicht. Er ist sich der Konsequenzen bewusst und macht trotzdem weiter. Wir würden sein Vorgehen deshalb als unmoralisch bezeichnen.

Fassen wir zusammen: Im Alltag handelt für uns jemand moralisch nicht korrekt, wenn er bei einer für andere schädlichen Handlung mitmacht und sich über die negativen Folgen dieser Handlung bewusst ist.

 

Übertragen wir diese Haltung nun auf den Freizeitflug, fällt das Urteil anders aus als bei der bloßen Betrachtung des konkreten Schadens. Nein, der einzelne Flug hat keinen direkten Schaden für andere Menschen zur Folge. Aber wer zum Vergnügen durch die Welt fliegt, macht eben mit, er unterstützt dieses System und partizipiert an einer Handlung, die – aggregiert – massive Nachteile für andere Menschen zur Folge hat. Wenn wir den Bewertungsmaßstab aus unseren Beispielen des Parteimitglieds oder der Wache haltenden Person anlegen, müssen wir sogar sagen: es ist unmoralisch, nichts gegen dieses Verhalten zu tun. Dann müssten wir es als geboten ansehen, sich gegen die Praxis des Freizeitfliegens zu wehren, dagegen aufzubegehren, seine Stimme zu erheben.

 

Pfadabhängigkeiten

Zurecht kann man anmerken, dass das Gesagte auf alle Handlungen übertragbar ist, die mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden sind. Mit der obigen Begründung wäre doch jede Autofahrt und jedes nicht regenerativ beheizte Zimmer unmoralisch. Streng genommen ist das wohl richtig und wir sind dringend angehalten, uns so schnell wie möglich einen emissionsneutralen Lebensstil anzueignen. Trotzdem können wir an dieser Stelle differenzieren.

Wie bereits erwähnt, würden im Einklang mit dem 2°C-Ziel jedem und jeder Deutschen Emissionen von rund 2t CO2-Äquivalente pro Jahr zur Verfügung stehen. Legt man die in Deutschland rein durch die öffentliche Infrastruktur verursachten Emissionen auf die Bevölkerung um, landet man bereits bei über 1t pro Kopf. Schon dadurch also, dass wir in dieser Gesellschaft leben, ist unser jährliches CO2-Budget zur Hälfte ausgeschöpft. Gegen diese Emissionen können wir auf individueller Ebene gar nichts tun. Dies ist ein klassisches Beispiel für eine sogenannte Pfadabhängigkeit. Unsere öffentliche Infrastruktur stammt zum Großteil aus einer Zeit, in der der Klimawandel keine oder eine untergeordnete Rolle gespielt hat. So ist der Großteil der öffentlichen Gebäude schlecht gedämmt und mit emissionsintensiven Heizsystemen ausgestattet.

 

Von diesem in der Vergangenheit eingeschlagenen Pfad sind wir heute abhängig. Das gilt genauso für unsere Verkehrsinfrastruktur. Das Hauptverkehrsmittel der Vergangenheit war das Automobil. Entsprechend sind die Verkehrswege für Autos die am besten ausgebaute Verkehrsinfrastruktur. Das können wir nicht einfach ungeschehen machen. Auch hier hängen wir vom in der Vergangenheit eingeschlagenen Pfad ab. Es gibt also Bereiche, die können wir auf individueller Eben gar nicht ändern. Hier bedarf es politischem Engagement, um systemische Veränderungen herbeizuführen (was nicht weniger wichtig ist als die Anpassung des persönlichen Lebensstils!).

 

Wir haben die Wahl

Es bedarf nur einem einfachen „Nein“

Der Freizeitflug stellt das genaue Gegenteil dar, deshalb ist er ein hervorragendes Beispiel für die individuelle Verantwortung: Keine Pfadabhängigkeit, die uns veranlasst, diesen Sommer auf die Malediven zu fliegen, keine schwerfälligen politischen Prozesse für systemischen Wandel erforderlich. Es bedarf nur einem einfachen Nein, einem einfachen Nein, ich mache nicht mehr mit! Es sind es genau die Bereiche, in denen keine Pfadabhängigkeiten bestehen, in denen die moralische Verpflichtung als erstes greift, in denen alles nur von unserer persönlichen Entscheidung abhängt. Das umfasst unsere Mobilität wie auch unser Konsumverhalten. Alleine durch individuelle Entscheidungen können wir in diesen Bereichen aufhören mitzumachen!

Für die Philosophen der Antike war die Idee des Guten Lebens untrennbar mit einem tugendhaften Verhalten gegenüber anderen verbunden. Ein Gutes Leben auf Kosten anderer war für sie ein Widerspruch in sich. Würden wir uns wieder mehr an dieser Auffassung des Guten orientieren, wäre das Fliegen in der Freizeit oder ein verantwortungsloses Konsumverhalten mit dem Guten Leben unvereinbar. In den Bereichen, in denen keine oder nur persönliche Pfadabhängigkeiten bestehen, sind keine schlüssigen Argumente zu finden, die gegen eine Absage an das Mitmachen und einen Aufbruch in das Gute Leben sprechen. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

 

Gastautor André (24) lebt in Kiel und setzt sich im Rahmen seines Masterstudiums mit den vielschichtigen Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt auseinander. Er fliegt seit 2012 nicht mehr.

Titelbild: CC0, stock.tookapic.com


Kommentare

17
  • Matthias Weiss

    Großartiger Gedankengang, schlüssig argumentiert – Chapeau & herzlichen Dank & Zugabe!!!

    geschrieben am

  • Daniela

    Ein wunderbarer Artikel! Dankeschön!

    Was ich ebenfalls moralisch bedenklich finde, ist die Haltung mancher Menschen sie hätten den von ihnen gepflegten Lebensstil verdient.

    Liebe Grüße

    geschrieben am

  • Vogel

    Vogel Vogel

    Antworten Autor

    Danke fuer diesen Vorstoss in die Oeffentlichkeit! Ich hatte es mit einem Freund neulich auch davon, dass so vermeidbares und krass umweltschaedliches Verhalten, ob der damit verbundenen Ignoranz, genau so gesellschaftlich geaechtet werden sollte wie Sexismus, Rassismus, etc. – ABER wir sind auch auf eine Frage gestossen, zu der ich gerne eure Meinung hoeren wuerde: Letztlich ist doch die blosse Tatsache, dass wir (in Schland) leben, zumindest aber WIE wir hier (fast) zwangslaeufig mehrheitlich leben, sehr umweltschaedlich. Wo ziehen wir also moral-philosophisch die Grenze, um nicht beim oekologisch-motivierten Massenmord, oder zumindest Selbstmord, als Devise anzukommen? Haben wir in den Industrienationen wirklich noch das „Recht“ auf eine gewisse Verschmutzung? Wie koennen wir das einerseits fordern, um ueberhaupt noch Leben zu duerfen, und andererseits abgrenzen, gegen das -im Artikel anhand des Fliegens kritisierte, aber ja auf sehr Viel alltaeglicheres ebenfalls zutreffende- ignorante Verhalten? Mir geht es nicht um „Schuld“ wohl aber um verantwortbares Verhalten. Oder anders, an das Bild im Artikel anknuepfend: Wir wuerden wohl den Tod von lauter NSDAP-Mitarbeitern rechtfertigen koennen, wenn man dadurch vielen Juden das Leben gerettet haette. Ist das wirklich vergleichbar mit Menschen, die einen Lifestyle ueber 2t CO2/ Jahr pflegen und den zu rettenden Leben von heutigen und vorallem auch zukuenftigen Opfern der staerksten Auswirkungen des Klimawandels..? Wo fangen unsere Rechte als Individuum (auch gegen einen Nutzen der Gemeinschaft) an und wo hoeren sie auf – und warum? Kann man ueberhaupt ohne solche Individualrechte argumentieren, ohne selbst in totalitaere Denkmuster zu verfallen? Nochmal konkreter: Wie viel Einschraenkung muss sein und wie viel darf sein?

    geschrieben am

  • Sarah

    Ein toller Artikel! Ich bin noch nie in meinem Leben geflogen…

    geschrieben am

  • André

    André André

    Antworten Autor

    Hallo Vogel:)

    Danke für deine Nachfragen. Das was du ansprichst trifft natürlich genau den wunden Punkt.

    Ich fange mal mit dem wissenschaftlichen Teil an und komme dann zu meiner eigenen Meinung. Die Fragen, die du aufwirfst, sind klassische Fragen der Klimaethik, ein relativ junges Feld der Ethik, das sich den Klimawandel aus einer Perspektive der Moral und des Gerechten anschaut. Es gibt eine Studie aus dem Jahr 2004, in der im Auftrag des UBA verschiedene etablierte Ethiktheorien auf das Problem des Klimawandels angewendet wurden. Nahezu alle etablierten Moraltheorien/Gerechtigkeitstheorien kommen dabei zu dem Schluss, dass die Industrienationen verpflichtet sind, ihre Emissionen „so schnell wie nur möglich“ auf einen ‚faire share‘ zu reduzieren und darauf hinzuwirken, dass die THG-Konzentrationen auf dem „niedrigsten machbaren Level“ stabilisiert werden. Kurz gesagt: In der Klimaethik ist man sich einig, wir müssen alles daran setzen, unsere Emissionen sehr schnell und sehr umfangreich zu reduzieren. Die spannende Frage, und hier hört es dann auch auf mit der Einigkeit, ist, was dieses „so schnell wie möglich“ bedeutet.

    An die Frage, ob wir überhaupt noch ein Recht zu leben haben‚ ist dabei selten Gegenstand der Überlegungen. Und ich denke die Frage kann man sich auch nur selbst beantworten. Ich würde sie mit Blick auf die angesprochenen Pfadabhängigkeiten bejahen. Wir haben unsere Gesellschaft und unsere Infrastruktur zu einem großen Teil in einer Zeit aufgebaut, in der vom Klimawandel nichts wussten. Von diesem Pfad hängen wir heute ab. Deshalb würde ich nicht so weit gehen zu sagen, dass wir aus moralischer Sicht unser Recht zu leben verwirkt haben. Trotzdem nochmal: Die eigene Freiheit hört da auf, wo die Freiheit der anderen anfängt. Wir leben unsere Freiheit im Moment so aus, dass sie die Freiheit anderer Menschen extrem beschneidet. Davon müssen wir ‚so schnell wie möglich‘ weg und wir sind verpflichtet, die Pfadabhängigkeiten so schnell und effektiv wie möglich abzubauen.

    //Wenn du auf diese Frage wissenschaftliche fundierte Antworten suchst, solltest du dich an tatsächliche Ethiker richten, ich bin auf diesem Gebiet auch blutiger Anfänger.//

    Was bedeutet ‚so schnell wie möglich‘?

    Hier scheiden sich die Geister. Die gängigste Meinung ist die im Artikel vorgestellte Ansicht, dass wir dem 2°-Ziel verpflichtet sind und die verbleibende Emissionsrechte gleichmäßig auf alle Erdenbewohner aufteilen sollten. Dies wird oft mit dem Ansatz verbunden, dass die Industrienationen aufgrund ihres enormen historischen Beitrags zum Klimawandel zusätzlich verpflichtet sind, den sich entwickelnden Staaten durch Finanz- und Technologietransfers eine ‚saubere Entwicklung‘ zu ermöglichen. ‚So schnell wie möglich‘ heißt aus dieser Sicht, unsere Emissionen bis 2050 um 85% zu senken, was dann eben rund 2t pro Person entsprechen würde. Auch wenn dieser Ansatz unserem historischen Beitrag zum Klimawandel nicht voll gerecht wird, könnte ich mich, sollten wir diesen beschriebenen Pfad gehen, damit anfreunden können. Leider sieht es nicht danach aus: Anders als die Ethiktheorien es vorgeben, sind wir weit weg von einem ‚so schnell wie möglich‘. Der Klimaschutz steht weiterhin auf TOP 3 – 5 der Agenda, egoistische Argumente wie Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzerhalt sind weiterhin dominant.

    Jetzt aber zum Individuum, und darauf hast du in deiner Frage ja auch eher abgezielt. Was bedeutet ‚so schnell wie möglich‘ für uns? Das ist eine Frage, die wohl nur jeder für sich selbst beantworten kann. Hat man die Frage, ob man noch ein Recht zu leben hat, bejaht, kommt man zu dem Punkt an dem die Frage ist, wie so ein Leben aussehen darf/kann. Ich kann dir auch hier nur beschreiben, wie ich diese Frage für mich beantwortet habe.

    Pfadabhängigkeiten bestehen auf zwei Ebenen, auf persönlicher und auf struktureller Ebene. Strukturelle Pfadabhängigkeiten (Infrastruktur, Wirtschaftssystem …) können durch individuelle Entscheidungen nicht abgebaut werden. Du beschreibst in deinem Kommentar ganz richtig, dass wir in Deutschland gar nicht anders können, als auf Kosten anderer zu leben. Derzeit kann man eigentlich gar nicht auf die 2t kommen. Was ist der Schluss daraus? Wer es als moralisch geboten ansieht, seine Freiheit nicht mehr auf Kosten anderer zu leben und auf einen ‚faire share‘ zu kommen, der ist angehalten, sich auf struktureller Ebene dafür einzusetzen, dass ihm das in unserer Gesellschaft auch möglich ist. Strukturelle Pfadabhängigkeiten können nur durch politische Entscheidungen abgebaut werden. Wer mit 2t leben will muss sich dafür einsetzen, dass Strukturen entstehen, die ein solches Leben erlauben. Ich halte es also für geboten, sich im weitesten Sinne politisch für den Abbau struktureller Pfadabhängigkeiten einzusetzen.

    Neben den strukturellen Pfadabhängigkeiten gibt es die persönlichen Pfadabhängigkeiten, auf die ja auch der Artikel abzielt. Auch hier kann ich dir keine „objektive“ Antwort geben. Mir fallen auch keine wissenschaftlichen Ansätze ein, die sich damit beschäftigen, was auf individueller Ebene geboten wäre. Aber mir fällt kein Grund ein, warum nicht auch bei den persönlichen Pfadabhängigkeiten das ‚so schnell wie möglich‘ gelten soll. Wie lässt sich das gestalten? Es gibt Bereiche, in denen für mich kaum Pfadabhängigkeiten bestehen. Bei mir ist das z.B. der Ernährungsbereich: ich bin mit vegetarischen Brüdern und einem Vater, der unseren Gemüsebedarf durch Eigenanbau gedeckt hat, aufgewachsen. Eine fleischreduzierte Ernährung sowie der ausschließliche Rückgriff auf regionales und saisonales Gemüse fallen mir nicht schwer. Andererseits gibt es natürlich Bereiche, in denen größere Pfadabhängigkeiten bestehen. Bei mir ist das zum Beispiel der Bereich Kleidung. Wichtig ist aus meiner Sicht sich darüber im Klaren zu sein und sich dementsprechende Ziele zu setzen. In Bereichen starker Pfadabhängigkeiten versuche ich mir kleine, erreichbare Ziele zu setzen und diese dann aber regelmäßig zu überdenken. Entscheiden dabei ist, sich Ziele zu setzen, die sich noch gut anfühlen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute, die sich direkt alles verbieten und diesen Bereich des guten Gefühls überschreiten, langfristig keinen zufriedenstellenden Weg finden. Auf der anderen Seite höre ich immer wieder, dass der beschriebene Schritt für Schritt Ansatz mit einer höheren Lebensqualität einhergeht. Man merkt, was man wirklich braucht und was für das eigene Wohlbefinden wirklich ausschlaggebend ist:). Ich finde es also am zielführensten, sich konkrete, ehrgeizige aber erreichbare Ziele zu setzen und diese regelmäßig zu überdenken.

    Zusammengefasst: Die Pflicht des ’so schnell wie möglich‘ auf individueller Ebene interpretiere ich zum einen als eine Verpflichtung, sich für systemischen Wandel einzusetzen um überhaupt ein moralisch verantwortbares Leben innerhalb unserer Gesellschaft führen zu können und zum anderen als ein Aufruf, den eigenen Lebensstil entsprechend kontinuierlich (aber immer im Bereich des guten Gefühls) umzustellen.

    geschrieben am

  • André

    André André

    Antworten Autor

    Noch eine Anmerkung: Ich weiß nicht ob ich mit meinen Ausführungen deine Fragen beantwortet habe. Wenn du dich aber für das Thema Ökologie und Freiheit interessierst, kann ich dir die Ausgabe des Böll-Magazins ans Herz legen, die sich Anfang des Jahres explizit diesem Spannungsfeld gewidmet hat. Du kannst dir die Ausgabe kostenlos runterladen unter:

    https://www.boell.de/de/2015/05/18/boellthema-12015-oekologie-und-freiheit

    geschrieben am

  • Alexandra tiEfenbacher

    Vielen dank für den guten artikel. Und für einen coole urlaub muss man nämlich gar nicht fliegen. Es geht auch so: http://montagsmailer.ch/mina/das-tramprennen-abenteuerurlaub-ohne-flugmeilen-und-erst-noch-fuer-einen-guten-zweck/

    geschrieben am

    • Gunhild

      Gunhild Gunhild

      Antworten Autor

      Empfehlen kann ich meinen „Abenteuerurlaub“ allen, die Deutschland von einer anderen Seite kennenlernen wollen, gern radeln und 14 Tage mit Leuten aus verschiedensten Initiativen zusammen sein wollen. Dies ist eine angemeldete Fahrraddemonstration, Bildungsreise, Familienurlaub, für manche „schwächeren Radler“ und Senioren auch sportliche Herausforderung, vegane Erfahrung, low-budget-Reise, Erleben von praktischer und finanzieller Solidarität – ohne Tour de Natur ist ein Sommer nicht komplett.
      Die Tour lässt ahnen, welch mitmenschlich, kulturell, erkenntnisreiches Leben bei sehr kleinem Ressourcenverbrauch möglich ist.
      Mehr unter tourdenatur.net

      geschrieben am

  • Andreas

    Andreas Andreas

    Antworten Autor

    Selten so einen scheinheiligen Schmarrn gelesen! Dieser Artikel ärgert mich. Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich ein bisschen Gedanken um den Planeten macht. Sich eine schöne grüne Weste anziehen, und weiter jeden Meter mit dem Auto fahren – die „Pfadabhängigkeit“ ist die Rechtfertigung dafür. Hauptsache, man betreibt ein bisschen Askese beim Urlaub, und nimmt sich die letzte Lebensfreude. Darum geht es dem Autor. Nicht um Umweltschutz, sondern darum, etwas Anstößiges an Spaß, Urlaub und Vergnügen zu predigen. Einfach, vermutlich weil er selbst keinen Spaß empfinden kann (diese Erkrankung äußert sich oft durch Symptome wie „Umweltbewusstsein“), muss er Spaß den anderen auch verdorben werden, indem den anderen ein schlechtes Gewissen eingeredet wird.

    Natürlich kann man das Auto stehen lassen. Nichts einfacher als das, selbst wenn alle anderen mit dem Auto fahren und das Auto von der Politik als Hauptverkehrsträger designiert wurde. Je mehr Stau, desto angenehmer ist es, mit dem Fahrrad und/oder der U-Bahn zu fahren. Da muss man nur ein bisschen mitdenken. Hier gibt es mitnichten eine Pfadabhängigkeit.

    Natürlich muss niemand unbedingt zum Urlaub auf die Malediven. Das ist schon richtig. Aber ich glaube nicht, dass solche Fernreisen wirklich ein Klimaproblem darstellen. Das Klimaproblem liegt eher im ungebremsten Autoverkehr, im Warentransport und ein kleines bisschen in den Kurz- und Mittelstreckenflügen. Doch die Pfadabhängigkeit gibt es wenn überhaupt, dann gerade im Kurz- und Mittelstrecken-Flugverkehr. Schon mal versucht, z.B. mit der Bahn nach Spanien zu fahren??? Hier ist man gezwungen, entweder auf alles zu verzichten, oder den Flieger zu nehmen.

    Ich kauf mir jetzt guten Gewissens ein Flugticket nach Rom. Denn dank Pfadabhängigkeit (die Politik hat solche Reisen halt nun mal auf den Flieger verlagert, da kann ich nichts dafür) muss ich ja kein schlechtes Gewissen mehr haben, dass ich nicht nach einer Alternative suche…

    geschrieben am

    • Gunhild

      Gunhild Gunhild

      Antworten Autor

      Andreas, ich find Deinen Einwand albern. in Artikel steht:“Das Hauptverkehrsmittel der Vergangenheit war das Automobil. Entsprechend sind die Verkehrswege für Autos die am besten ausgebaute Verkehrsinfrastruktur. Das können wir nicht einfach ungeschehen machen. Auch hier hängen wir vom in der Vergangenheit eingeschlagenen Pfad ab. “ Was ist daran falsch? Das „bestausgebaut“ lässt sich in qm und Euro ausdrücken. Hindert aber per se nicht, Tempolimit einzuführen, Radwege abzuzwacken und hindert niemanden, sich eh gleich die Anschaffung eines betrügerisch getesteten Autos zu verkneifen.
      Autobahnen haben etwas, was die Bahn stückweise verspielt, nämlich riesige zusammenhängende Grundstücke, auf denen man auch zusätzlichen schienengebundenen Verkehr unterbringen kann.
      Schwierig wirds allerdings, die massiven Bauwerke abzutragen und die verseuchten Böden wieder für Grünzeug verfügbar zu machen.

      geschrieben am

  • André

    André André

    Antworten Autor

    Wie im Artikel steht, geht es nicht darum, dass Ihre Reise nach Rom den Klimawandel verursacht. Es geht darum, ob man an dieser geballten Ungerechtigkeit, die unser Lebensstil auf andere Teile der Welt ausübt, partizipieren will. Das Fliegen ist dabei ein Beispiel, übermäßiger Fleischkonsum oder verschwenderisches Konsumverhalten sind weitere. Die Pfadabhängigkeit stellt dabei keine Rechtfertigung dar, trotzdem jeden Tag Fleisch zu essen oder 10 mal im Jahr zu fliegen. Pfadabhängigkeiten sind aber Gründe dafür, warum wir in unserem jetzigen gesellschaftlichen System selbst wenn wir uns bemühen, zu keinem Lebensstil kommen können, der annähernd emissionsneutral wäre. Was ist der Schluss daraus? Ihr Schluss daraus ist, dann mache ich einfach weiter wie bisher und warte bis „die Politik“ die Pfadabhängigkeiten abbaut. Mein Schluss ist: Überall da wo es mir möglich ist, Konsumentscheidungen zu treffen, die nicht zu Lasten anderer gehen, tue ich es. In den Bereichen, in denen es nicht geht, setzte ich mich auf politischer Ebene dafür ein, dass die mich daran hindernden strukturellen Pfadabhängigkeiten abgebaut werden. Wer seine Freiheit nicht auf Kosten anderer ausleben will, der muss sich dafür einsetzen, dass ihm das möglich ist. Alles andere ist inkonsistent.

    Zu Ihrem Spanien-Beispiel: Ihre Argumentation zeigt, dass Sie den Artikel grundlegend falsch verstanden haben. Das Argument ist doch gerade, dass Verhaltensänderungen zu aller erst in den Bereichen geboten sind, in denen keine oder nur persönliche Pfadabhängigkeiten bestehen. Zudem gibt es wie Sie sagen ja sogar Alternativen um nach Spanien (und Rom) zu kommen. Wenn Ihnen die zu langsam sind, setzen Sie sich dafür ein, dass sich daran was ändert. Ich kann in dem Artikel absolut nichts finden, dass Pfadabhängikeiten als Rechtfertigung für (Freizeit-)Flüge nach Rom oder Spanien anführt.

    geschrieben am

  • Kräh

    Kräh Kräh

    Antworten Autor

    Sorry, aber den Leuten ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen, wird das Problem nicht lösen. Denn auf solch Moralin speiende selbsternannte Besserwisser pfeift der Durchschnittsbürger – und das völlig zu Recht. Denn wie dämlich die Argumentation ist, zeigt letztlich der Nazi-Vergleich. Jawoll! Des Deutschen Pflicht ist es, sich zu schämen.
    Hier mein ultimativer Tipp zur Rettung des Weltklimas: Alle Bürger eines industrialisierten Landes begehen kollektiv Selbstmord. Die Menschen der Entwicklungsländer folgen dann später. Dann ist das Problem ein für alle mal gelöst.

    geschrieben am

  • Niklas

    Niklas Niklas

    Antworten Autor

    Man kann über Probleme der Welt reden, einfach so weitermachen wie bisher und sie dadurch verschlimmern oder versuchen, etwas dagegen zu tun. Als intelligentes, empathisches, lebensbejahendes Wesen muss der Mensch handeln … im Rahmen seiner Möglichkeiten und angepasst an sein Umfeld. Wer seinen individuellen Spaß für wichtiger hält als etwas zu ändern, obwohl er weiß, dass er damit Teil des Problems wird und indirekt Leid und Tod von Menschen verursacht, der trägt dafür die Verantwortung. Und da er damit a-sozial wird, kann er auch unlogisch argumentieren und am Ende immer einen Weg finden, der ihn von seiner persönlichen Verantwortung freispricht (-> Kommentar von Andreas). Auch Zynismus hilft nicht weiter: Er zeigt nur, dass da jemand um sich schlägt, statt nachzudenken, Gegenargumente zu formulieren … oder die Argumentation zu akzeptieren (-> Kommentar von Kräh). Ich fliege seit 12 Jahren nicht mehr, verachte SUVs und kann dies auch begründen. Mein Beitrag ist bisher trotzdem bescheiden. Ich nehme diesen Artikel zum Anlass, klarer zu werden und klarer zu entscheiden. Weihnachten ist dazu eine gute Gelegenheit.

    geschrieben am

  • André

    André André

    Antworten Autor

    Zu Kräh: Ich gebe dir in einem Punkt Recht, das schlechte Gewissen alleine wird es nicht ändern. Es braucht vor allem die richtigen politischen Entscheidungen (deshalb ist es so wichtig, dass die Öko-Szene endlich wieder politisch wird!). Es braucht aber eben auch einen Wertewandel, denn politische Entscheidungen (v.a. wenn sie vordergründig Einschnitte beinhalten) werden nun mal nicht gegen die Überzeugungen in der Bevölkerung getroffen. Wenn durch diesen Artikel nur ein paar Leute denken, es wäre sinnvoll, den Flugverkehr einzuschränken, dann hat er seinen Zweck erfüllt.
    Das mit den Nazis liest du natürlich völlig falsch: In dem Artikel wird das Fliegen nicht im geringsten mit dem Nationalsozialismus verglichen. Das Beispiel dient der Herleitung unserer Kriterien für moralische Beurteilungen im Alltag. Was das mit deutscher Pflicht und dergleichen zu tun hat weiß ich nicht.

    geschrieben am

  • Jonas

    Jonas Jonas

    Antworten Autor

    Guter Artikel, regt zum Nachdenken an.
    Ganz eindeutig muss sich noch einiges ändern und das so schnell als möglich.
    Wir Menschen neigen wohl zur Inkonsequenz ich eingeschlossen, wir wollen etwas für die Umwelt tun. Zum Beispiel leben wir Vegetarisch, oder Fliegen nicht mehr, nur um uns dann in einem anderen Bereich ein paar Freiheiten zu nehmen. Klar das ist besser als sich gar keine Gedanken zu machen. Aber die Frage ist wie weit sind wir bereit unser Verhalten anzupassen wen die Konsequenzen unseres Handelns nicht sofort erkennbar sind?
    Bei deinen Beispielen war das Opfer anwesend, oder klar erkennbar, aber wenn der Durchschnitts Europäer in sein Auto sitzt sieht er nicht die Leute die unter seinem Handeln leiden.
    Es bräuchte bessere Aufklärung, wen du den Flug nach Neuseeland buchst sollte dort eine Anzeige erscheinen, diese Reise kostet dich 14 t auf deinem Budget von ca. 72 t die du im Leben zur freien Verfügung hast. Vielleicht würde das etwas auslösen.

    geschrieben am

  • André

    André André

    Antworten Autor

    Stimmt! Wir haben globale Handlungszusammenhänge geschaffen, unser moralisches Empfindungsvermögen hat sich aber nicht globalisiert. Die Wirkwelt ist global – die Merkwelt nicht. Um dies zu erreichen müssten uns die Folgen unserer Handlungen immer direkt vor Augen geführt werden, auch wenn sie nicht unser direktes Umfeld betreffen sondern irgendwo in der Welt auftreten.

    geschrieben am


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