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BLOG ZUM MAGAZIN FÜRS GUTE LEBEN

April 2017
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Achtung, die hast du noch nie gehört:

Was würdest du tun…ähm… wenn heute dein letzter Tag auf Erden wäre?

Puh. Das hat gesessen. Eine Frage, so vielschichtig, so wahr – so albern. Und doch ziemlich aufschlussreich. Nicht die oft hochkreativen Antworten – „Ich bring‘ mich um“. Ha-Ha. Nein, sondern die Gegebenheit, dass der gesunde Wohlstandsmensch der Essenz des Lebens in der Regel erst im Angesicht seines (in diesem Fall natürlich nur hypothetischen) Todes (ist doch alles nur Spaß *zwinker*) auf die Schliche kommt.

Ziemlich schizophren das Ganze. Das Morgen drückt uns also aufs Gemüt. Dieser üble Luxus, ein Morgen und so unendlich viele Möglichkeiten zu haben. Das macht uns fertig und verwirrt. Natürlich ist das pervers in einer Welt mit Hunger, Krieg und Krankheit. Doch umgegangen werden muss mit solchen Wehwehchen trotzdem. Man fürchtet die Zusammenhänge.

Manche reagieren auf ihre Lebenserwartung von rund 80 Jahren damit, ganz viel zu tun, was sie eigentlich nicht tun wollen. Aber sie tun es – vermutlich als Vorsorge für das noch widerspenstigere Übermorgen. Man weiß schließlich nie, wozu es gut ist. Andere werden gierig nach dem süßen Honig des Ausbruchs. Sie kriegen nicht genug vom Leben-was-man- glaubt-zu-wollen. Sich vorwerfen zu müssen, am Ende seiner Tage das Weltkarten-Tattoo auf dem Handgelenk, Reisen in noch (ein bisschen) unbekannte Länder und Sex mit wirklich unbekannten Menschen verpasst zu haben, ist ihr schlimmster Albtraum.

Verstehen kann man beides. Doch jetzt mal ganz im Ernst. Und es fällt mir wirklich nicht leicht, die Worte meines Vaters so oft zitieren zu müssen, aber: „Alles in Maßen!“ Das Leben ist kein Dauerlauf. Mal läuft man, dann rennt man, ein kurzer Sprint, langes Schlurfen, dem anderen ein Bein gestellt. Und dem Nächsten hochgeholfen. So ist das eben.

Liegt die Kunst nicht darin, dankbar für ein sehr wahrscheinliches Morgen, am Ende vor allem doch das Heute zu verehren? In all seinen Facetten? Mal so und mal so? Die Gegenwart nur als Mittel zum Zweck der Zukunft zu missbrauchen, ist Privileg und Dummheit derjenigen, die zu viel von beidem haben.

Also: Was möchtest du heute tun?


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