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BLOG ZUM MAGAZIN FÜRS GUTE LEBEN

April 2017
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„Du bekommst noch viereckige Augen” mussten wir uns als Kinder anhören, wenn wir mal wieder zu lange vor dem Fernseher saßen. Heute sind wir es selbst, denen ähnliche Sprüche auf der Zunge liegen, denn Smartphones, Tablets und Computer haben längst in den Kinderzimmern Einzug gehalten. Spezielle Lernprogramme sollen spielerisch, bunt und interaktiv Inhalte vermitteln. Ohnehin fühlen sich Kinder magisch angezogen von allem Digitalen und können sich stundenlang damit beschäftigen.

Doch wie beeinflusst der Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern das Lernverhalten? Was passiert dabei im kindlichen Gehirn? Was bei Erwachsenen? Der Blick in die Wissenschaft zeigt: Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob Nutzen oder Risiken überwiegen. Aber gerade bei den Kleinsten ist Vorsicht geboten.

 

Muttersprache digitale Medienkompetenz

Unter dem Stichwort Medienkompetenz spielen die digitalen Medien an den Schulen und auch in in der frühkindlichen Erziehung eine wachsende Rolle. Dabei soll unter anderem der richtige Umgang mit Technik, Internet-Quellen und sozialen Netzwerken vermittelt werden. Denn sowohl im sozialen Umfeld als auch für die Vorbereitung auf das Berufsleben wird ein souveräner Umgang mit allem Digitalen immer wichtiger. Besonders in der frühesten Kindheit lernen die Kleinen schnell und setzen das Gelernte sofort in ihrem Verhalten um. Ähnlich wie Sprachen lernen Kinder den Umgang mit Technologie schneller als jeder Erwachsener. Nicht umsonst spricht man heute schon von “digital natives” – sozusagen Technologie-Muttersprachlern.

Es spricht also einiges dafür, Kinder schon früh an diese Themen heranzuführen und eine gesunde Nutzung von digitalen Medien zu vermitteln. Wie eine solche gesunde Nutzung aussieht, lässt sich leichter verstehen, wenn man weiß, was Smartphone und co. im Gehirn auslösen.

Wieso Smartphones so leicht süchtig machen

Die innere Unruhe, wenn man das Smartphone zu Hause vergessen hat, der regelmäßige Blick, ob es etwas neues gibt, Phantomvibrationen und -anrufe – wir kennen die Symptome der Smartphone-Sucht in ihren verschiedenen Ausprägungen. Diesen Erscheinungen liegen Veränderungen im Gehirn zugrunde, die auch Erwachsene betreffen, bei kleinen Kindern aber noch deutlich stärker wirken. Denn ihre Gehirne sind schneller formbar und befinden sich gerade in den ersten zwei Jahren in einer kritischen Phase. Kleinkinder entwickeln innerhalb kürzester Zeit neue Verknüpfungen im Gehirn und sind damit empfänglicher als zu jeder anderen Zeit im Leben. Ein erwachsenes Gehirn braucht viel länger, um neue Verknüpfungen zu bilden und ist damit “robuster”.

Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Wirkungen von Smartphones im Gehirn beschäftigen sich deshalb mit den Auswirkungen auf Kinder. In dieser Lebensphase können dauerhafte Veränderungen des Gehirns entstehen, wie Dr. Aric Sigmaner von der British Psychology Society erläutert. Vor allem aus drei Gründen:

1. Wir lieben Abkürzungen

Für ein Kleinkind ist ein Smartphone in etwa das, was für uns “Strg C / Strg V” ist – ein Shortcut. Und Abkürzungen sind genau das, was frühkindliche Gehirne nicht brauchen. Denn Denkvorgänge sind wie Muskeln: Sie müssen genutzt und gestärkt werden, um zu wachsen. Liest zum Beispiel ein Elternteil etwas vor, muss das Kind die Sprache in Wörter umwandeln, die Wörter in Bilder, und sich anstrengen, um dem Handlungsstrang zu folgen. Eine ganze Verkettung von Vorgängen, die das Gehirn “trainieren”. Am Smartphone aber stehen mit einem Fingertipp dutzende Eindrücke zur Verfügung, für die das Kind sich nicht anstrengen muss. Das Smartphone „denkt“ sozusagen für das Kind, und die kognitiven Muskeln bleiben schwach.

2. “Instant Gratification”: Die Jagd nach der schnellen Belohnung

Kindliches Lernen funktioniert vereinfacht gesagt über ein System aus Anstrengung und Belohnung – ganz ohne äußeres Zutun der Eltern. Denn mit jeder erfolgreich gelösten Aufgabe macht das kleinkindliche Gehirn einen Freudensprung und belohnt mit der Ausschüttung des “Glückshormons” Dopamin. Für gewöhnlich ist für diesen Glücksschub erst einmal etwas Arbeit nötig: ob erfolgreiches Umblättern in einem Buch, Klötzchen stapeln oder mit dem Wachsmalstift eine Linie ziehen. Das Smartphone jedoch belohnt viel schneller. Ein Fingerwisch und sofort kommt eine Antwort bestehend aus Farben, Formen und Tönen – verbunden mit einem ordentlichen Schuss Glücksgefühle.

Diesen Effekt sieht man zum Beispiel, wenn ein Kind bei einem realen Buch versucht, durch „Wischen“ umzublättern. Was erst lustig wirkt, ist ein Zeichen für tiefer gehende Veränderungen im Gehirn: Es hat offenbar schon verinnerlicht, dass einfachste Aktionen unmittelbare Wirkung zeigen. Ist das Kind ständig in Interaktion mit Smartphones oder Tablets, verknüpft es diese Glücksgefühle direkt mit dem Smartphone und zieht die virtuelle Welt der realen schließlich vor. Die Anstrengungen der analogen Welt sorgen dafür umso schneller für Frustration.

3. Smartphones erfordern keine Empathie

Obwohl die Welt der Bildschirme für das Kind erst vielseitig erscheinen mag, sind Interaktionen im Alltag doch komplexer. In vielen verschiedenen Situationen – etwa beim Spielen mit Freunden, beim Reden mit Eltern oder Verwandten – muss das Kind lernen, sich in andere hineinzuversetzen, nonverbale Signale zu verstehen und Beziehungen aufzubauen. Im Gehirn ist dafür der Frontallappen zuständig, der sich in der kritischen Phase des Heranwachsens entwickelt. Die Fähigkeit, unterschwellige Zeichen wie Gesichtsausdruck, Stimmlage und Gestik zu verstehen, entsteht jedoch nur durch soziale Interaktion. Verbringt das Kind zu viel Zeit vor Bildschirmen anstatt mit anderen Menschen, werden die empathischen Fähigkeiten weniger entwickelt. Ein weiterer Faktor, wieso die digitale Welt schließlich einfacher erscheint als die analoge.

 

Wie man sein Kind achtsam an digitale Medien heranführt

Sind sich Eltern und Betreuer sich dieser Phänomene bewusst, lässt sich auch der richtige Umgang mit digitalen Medien vermitteln. Video-Chats mit der Verwandtschaft sind zum Beispiel unbedenklich und können frühzeitig die Unterschiede zwischen digitaler und “echter” sozialer Interaktion vermitteln. Viele Apps sind außerdem genau auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet und schulen zum Beispiel die Hand-Auge-Koordination, das Sprechen oder vermitteln mit Farben und Formen das Alphabet.

Obwohl die Realität meist vielschichtiger ist als ein Bildschirm, kann digitales Lernen eine weitere Strategie sein, die Eltern bewusst nutzen können. Das frühkindliche Gehirn will ständig stimuliert werden und altersgerechte Apps können ein guter Weg sein, eine weitere Art der Stimulation einzubringen. Entscheidend ist der Umgang der Eltern mit den digitalen Möglichkeiten.

Als Hilfestellung existieren inzwischen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, zum Beispiel diese Liste der American Academy of Pediatrics:

  • Kleinkinder unter 18 Monaten sollten nach Empfehlung der AAP möglichst gar keinen Kontakt mit Bildschirmen haben, mit Ausnahme von Video-Chats.
  • Zwischen 18 und 24 Monaten können Kinder langsam, von den Eltern begleitet an die Nutzung von Smartphone und Co. herangeführt werden. So können die Eltern ihnen helfen, ihre Wahrnehmung und ihre Reaktionen zu verstehen.
  • Zwischen 2 und 5 Jahren können Kinder bis zu eine Stunde am Tag vor Bildschirmen verbringen – idealerweise mit qualitativ hochwertigen Programmen. Auch in diesem Alter sollten Eltern dem Kind noch helfen, die virtuellen Erfahrungen in die Realität einzuordnen.
  • Ab 6 Jahren ist die kritische Entwicklungsphase des kindlichen Gehirns weitgehend abgeschlossen. Dennoch ist es noch viel empfänglicher als ein erwachsenes Gehirn. Eltern sollten den Medienkonsum deshalb weiter im Blick haben und beschränken, auch um Auswirkungen auf die physische Aktivität, das Konzentrationsvermögen und den Schlaf zu vermeiden.

Bei sich selbst anfangen

Letztlich liegt es bei den Eltern, wie sie die Chancen und Risiken der “Screen-Time” einschätzen und wann und wie sie ihr Kind an Bildschirme heranführen wollen. Wichtig ist vor allem, mit dem Kind dabei und darüber zu kommunizieren und Phasen sowie Räume beizubehalten, die bildschirmfrei sind, zum Beispiel beim Essen oder vor dem Schlafengehen. Die eigene Vorbildfunktion ist nicht zu unterschätzen.

Das eigene Smartphoneverhalten zu reflektieren lohnt sich nicht nur, weil sich die Kleinen unser Verhalten abschauen, sondern weil die oben beschriebenen Phänomene auch im erwachsenen Gehirn stattfinden. Bei Erwachsenen dauert es zwar länger, bis tatsächlich Hirnveränderungen stattfinden, aber: Langfristig schrumpfen die grauen Zellen und es entstehen die gleichen Suchtmechanismen. Auch Erwachsene, die zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, sind nachweislich schlechter in verschiedensten Denkaufgaben. Außerdem wird unsere Empathiefähigkeit geringer, vor allem, weil die Bildschirmzeit Zeit mit echten Menschen kostet.

Da hilft nur eins: Einfach mal öfter smartphone-freie Zeiten einführen oder gleich eine “digital detox” machen – mal wieder ohne Blick nach unten an die frische Luft gehen, ein schönes Buch lesen oder mit seinem Kind Klötzchen bauen. Das stärkt auch das Erwachsenen-Gehirn.

Zum weiterlesen:

Raisesmartkid – smartphone-and-tablet-screen-time-good-or-bad-for-kids

Sciencedaily – Lower verbal test score for toddlers who play non-educational games on touch screens

Raisesmartkid – best-educational-apps-for-toddlers-and-babies

BBC – education

Publiscologne – Zur Smartphonenutzung bei Jugendlichen, insbesondere im Hinblick auf kritische Aspekte und Risiken

American Academy of Pediatrics Announces New Recommendations for Children`s Media Use

Psychology Today – Gray Matters. Too Much Screen Time Damages the Brain

Psychology Today – What Screen Time Can Really Do to Kids`Brains

 

Text: 7Mind 

 

 

Illustration: Lennart Kühl

Lennart illustriert, schreibt und ist Redakteur bei transform.


Kommentare

9
  • Scott

    Scott Scott

    Antworten Autor

    Wissenschaftliche Belege für das Schrumpfen der Gehirne? Letztes Semester habe ich ein Seminar, ich bin Student, der Neurowissenschaften besucht. Unter anderem nahm ich folgendes aus dem Seminar mit, wobei ich dies jedoch auch nicht mit wissenschaftlichen Artikeln untermauern möchte. Wie dem auch sei: Eine prozentuale Reduzierung (Prävalenz) des Auftretens (Prävalenz) von Alzheimer Erkrankungen, sei, zumindest in Österreich, wohl auch in Deutschland (ähnliche Kultur), zu beobachten. Dies sei auf größere kognitive Ressourcenspeicher zurückzuführen, welche wohl durch unsere komplexer gewordene Welt entstanden sein mögen. Das Telefon klingelt, der Fernseher ist an und die Mikrowelle gibt Signaltöne von sich. Sein Vater wäre total überfordert, für ihn wäre zu wenig los, es wäre langweilig. Wie dem auch sei, ich bezweifle, dass durch die Nutzung von Bildschirmen die Gehirne schrumpfen.

    geschrieben am

    • Scott

      Scott Scott

      Antworten Autor

      Wobei ich ebenfalls der Meinung bin, dass man bei Kindern vorsichtig sein muss.

      geschrieben am

  • WIR

    WIR WIR

    Antworten Autor

    @Scott: Wir fragen uns wie die Auswirkungen des heutigen Medienkonsums auf die Entwicklung von Alzheimer beurteilt werden kann, wenn die Generation der heutigen Alzheimerpatienten noch gar nicht in den intensiven „Genuss“ dieses Konsums gekommen ist? So alt ist das Smartphone doch noch gar nicht.

    Zu Punkt 2. „Instant Gratification“ – Die Architektur scheint in diesem Zusammenhang eine sehr interessante Herausforderung für die zukünftigen Generationen. Denn der Bauprozess von Gebäuden und Infrastruktur, sowie deren Erhalt , bleibt wohl auch in Zukunft ein sehr langwieriger Prozess, der unter Umständen viele „digital Natives“ frustrieren wird.

    Zur Kindheit im allgemeinen – Neil Postman hat in seinem Buch „das Verschwinden der Kindheit“ bereits in den 80igern darauf Aufmerksam gemacht, dass die Medien die Schutzräume der Kindheit infiltrieren und letztlich auflösen. Es scheint die „moderne Gesellschaft“ bisher nicht bewusst zu stören, dass das was Rousseau als bedeutender Wegbereiter der Kinderpädagogik im Mittelalter hervorgebracht hat, durch den „technischen Fortschritt“ wieder zurückgedrängt wird. Wie im Mittelalter wird den Kindern wieder der Zugang zur Teils sehr rohen „Erwachsenenwelt“ unvermittelt ermöglicht.

    Zumal der Datenhandel, heute jeden indirekt zum Mitarbeiter der „Googles“ und „Facebooks“ macht. Welche App die nicht am Ende dazu um das Nutzerverhalten auszuwerten?
    Zynisch überspitzt, die moderne Form der Kinderarbeit.

    geschrieben am

  • Scott

    Scott Scott

    Antworten Autor

    Ich kann nur zustimmen, dass Kinder nicht zu früh und wenn die Zeit reif ist den Umgang mit dem Smartphone zu reglementieren.
    „Wie im Mittelalter wird den Kindern wieder der Zugang zur Teils sehr rohen „Erwachsenenwelt“ unvermittelt ermöglicht.“ – Im europäischen Mittelalter wurden, nach Lehrmeinung, Kinder als kleine Erwachsene gesehen und in die Erwachsenenwelt hineingezwungen. Was man heute teilweise bei kleinen Kindern sieht ist, dass diese von ihren Eltern Kinderserien auf YouTube gezeigt bekommen und sich darauf die Kinder recht schnell selbstständig ihr Programm aussuchen können. Ja, das Smartphone hat die Macht einem kleinen Kind unpassende Inhalte vorzusetzen, aber deswegen ja auch die Reglementierung. So sollten ebenso andere Aspekte des Kindseins nicht verloren gehen.
    „1. Wir lieben Abkürzungen“: Hier denke ich auch nicht so schlimm. Wird ein Wort nicht verstanden, kann man es bei der Duden.de Seite eingeben. Liest man einen fremdsprachigen Text kann Leo.org Abhilfe leisten und hier ist das Smartphone bei weitem Angenehmer zu benutzen als wenn die Wörter über den PC gesucht werden müssen. Denn man kann in seinem Sessel sitzen, das Smartphone ist überdies nicht zu hören und verbraucht weniger Energie als ein PC. Es lässt sich praktisch und elegant für diese sinnvolle Abkürzung einsetzen.
    Eigentlich haben mich ausschließlich folgende Aussagen gestört: „Bei Erwachsenen dauert es zwar länger, bis tatsächlich Hirnveränderungen stattfinden, aber: Langfristig schrumpfen die grauen Zellen und es entstehen die gleichen Suchtmechanismen. Auch Erwachsene, die zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, sind nachweislich schlechter in verschiedensten Denkaufgaben. Außerdem wird unsere Empathiefähigkeit geringer, vor allem, weil die Bildschirmzeit Zeit mit echten Menschen kostet.“ (Sind hier mit „Bildschirmen“ auch Laptops und Computer gemeint?)
    „Instant Gratification“: Es erinnert mich an einen Vortrag von Joachim Bauer bei der AK Vorarlberg (Selbststeuerung – Die Wiederentdeckung des freien Willens (glaube ich)). In diesem Vortrag meint er, dass Smartphones den modernen Menschen zu Reiz-Reaktionsmaschinen machen würden. Das Smartphone machte ein Geräusch und man schaue direkt auf das Smartphone. Man werde von dem Signal bestimmt. Und hier, so denke ich, findet ein Reduktionismus statt. Es kommt darauf an was für eine Art Nachricht auf dem Smartphone erscheint. Befinde ich mich mit mehreren Leuten in einem philosophischen Diskurs? Mache ich ein Treffen mit Bekannten aus? Selbst bei solchen Abmachungen muss an andere Personen gedacht werden. Zurück zur Nachricht: Die Nachricht erscheint mir und ich bekomme Zeit die Nachricht zu verarbeiten. Ich kann entweder sofort antworten, später antworten oder gar nicht antworten. Wie es mir nun eben beliebt. Durch das Smartphone und die Nachricht, die ich durch das Smartphone empfing werden nun Denkprozesse, mehr oder minder komplex, entsprechend des Anforderungsgrades der Nachricht, in meinem Kopf angestoßen. Aus diesen Denkprozessen entsteht dann zumeist ein brauchbares Produkt, d.h. eine Nachricht bestehend aus Zeichen, oder wenn es die passende Antwort zu sein scheint, keine Antwort. Wie dem auch sei, genauso gut kann es aber auch lustig sein YouTube-Videos zu Popkultur oder was sonst gefällt zu betrachten, ein Spiel zu spielen um sich zu entspannen oder was auch immer. Ich kenne ein paar Leute, die gerne während sie (ich gehöre zu ihnen) Filme schauen im Internet surfen (z. B. Reddit, sprich eher kürzere Beiträge) und trotz dessen der Handlung, wie auch den Inhalten des Internets folgen können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die soeben beschriebenen Prozesse die Dopamin-Ausschüttung im menschlichen Gehirn anstoßen würden. Nun jedoch zu sagen, dass dadurch ein Gehirn schrumpfen würde und zudem die Empathie sich verringern würde, empfinde ich als schlichtweg absurd. Es mag Fälle geben, da mag es so sein. Es ist die Dahinstellung als Gesetz, die mich stört.
    Zu der Sache mit den kognitiven Ressourcen: klar hat die Generation, die jetzt dann ins Alzheimeralter kommt noch nicht so viel Technik zu sehen bekommen. In dem Seminar wurde es nur mit ein paar Sätzen erwähnt, es war nicht das Thema des Seminars, deswegen kann ich nicht allzu viel zu dem Begriff der kognitiven Ressourcen sagen. Die Erwähnung des Begriffs sollte nur der Anregung des Denkens dienen das Smartphone aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Folgende Situation: Eine Diskussion unter freien Himmel mit Freunden oder anderen Leuten. Früher wurde darüber gestritten, welche Fakten nun der Wahrheit entsprechen würden, der Selbstbewusste konnte sich allzu oft durchsetzen, egal ob die Wahrheit eher bei einem anderen gelegen hätte. Heute lassen sich Behauptungen schnell googeln. Etablierte Zeitschriften oder schlichtweg Wikipedia können als Informationsquelle herangezogen werden. Klar diese Daten könnten falsch sein und man sollte auch in einer Diskussion erwähnen, dass es sich um Informationen von Wikipedia oder der Zeitschrift so und so handelt.
    Die Diskussion unter freien Himmel unterscheidet sich heutzutage mit der Zeit vor dem Smartphone. Man muss nicht mehr nach Hause oder in eine Bibliothek gehen um eine einzelne Information nachzuschlagen, oder etwas moderner: nach Hause gehen und im Internet nachschauen. Falsche Informationen werden schneller aufgedeckt, Schwindler haben nicht mehr solch ein leichtes Spiel. Leute, die falsche Informationen verbreiten sollten nicht so ein leichtes Spiel haben, aber das ist Stoff für eine andere Diskussion. Ich will hier auch nicht sagen, dass man gar keine Bücher mehr öffnen sollte, bei Gott, diese gehören geöffnet oder auf den E-Reader heruntergeladen, doch dies funktioniert auch, wenn man viel Zeit am Smartphone verbringt.
    Diese Smartphone-Debatte erinnert mich ein wenig an die anfängliche Debatte über Computerspiele in welcher eigentlich nur negative Aspekte herausgepickt wurden und die Forschung gefunden hat was sie gesucht hat und dabei oft kaum objektiv vorgegangen ist. Die SpielerInnen wurden übrigens systematisch abgewertet. Mittlerweile hat sich die Meinung in der Wissenschaft, wie auch in der Öffentlichkeit zu Computerspielen drastisch geändert und sogar in Shooter-Spielen wird das Positive gesehen.

    geschrieben am

    • WIR

      WIR WIR

      Antworten Autor

      Hi Scott,

      es gab da vermutlich ein Missverständnis…Unser Kommentar hat sich nur im ersten Absatz auf Dein Kommentar vom 23. März bezogen.

      Mit den darauf folgenden Punkten
      (Zu Punkt 2. „Instant Gratification“…..
      Zur Kindheit im allgemeinen….
      Zumal der Datenhandel ….)
      haben wir uns an die Allgemeinheit gewendet.

      Als wir Dein Kommentar vom 24.März gelesen haben kam es uns zudem ein wenig so vor, als würde das „„Instant Gratification“: Es erinnert mich an einen Vortrag von Joachim Bauer bei der AK Vorarlberg….“ sehr gut zu diesem Beitrag hier passen : https://www.transform-magazin.de/fokus-ist-quatsch-zerstreuung-fuer-das-gute-leben/

      Ergänzend nur nochmal der Anstoß im Zusammenhang des Sports….“Die Ausdauer stellt neben Kraft, Schnelligkeit, Koordination und der auf Gelenkigkeit und Dehnfähigkeit beruhenden Beweglichkeit eine grundlegende motorische Fähigkeit dar“….(Zitat Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausdauer – 30.03.2017)

      Die Entwicklung von Ausdauer wird gemäß dem obigen Artikel („Was das Smartphone mit Kinderköpfen macht“), so wie wir ihn verstanden haben nicht sofort belohnt. Das „Fingerwischen“ dagegen anscheinend schon, was wohl eher zur Kategorie Schnelligkeit/Koordination passt.
      Wer nicht vor hat eines Tages zu bauen, umzubauen, zu renovieren…etc. kann bestimmt auf Ausdauer verzichten ;)

      Was das diskutieren angeht, wie Du merkst macht uns diskutieren Spaß, kann Wissen, das wir über das Internet mittels des Handys abrufen nur dabei unterstützen logisch zu denken. Logisches Denken an sich ist jedoch ab einem gewissen Punkt unabhängig von Wissen. Wenn Du eine Dachkonstruktion entwirfst und bauen möchtest, die noch keiner vor Dir gebaut hat, bleibt Dir nur logisches Denken auf den Grundlagen Deines/ des heutigen (30.03.2017) Wissens übrig, oder man wartet natürlich bis die Super-AI kommt und einem alles erklärt….aber das fänden wir ein wenig boring :)

      Grüße aus dem Morgenland….

      geschrieben am

      • WIR

        WIR WIR

        Autor

        ähm….jaaa…. da hat es was ein wenig verspult….

        Redaktion-Team-Transform…..HILFE!

        Könnt Ihr löschen was da zweimal erscheint?
        Danke

        geschrieben am

  • Frank

    Frank Frank

    Antworten Autor

    Ich werde meinen Töchtern kein eigenes Smartphone vor 14 Jahren geben, denn es hat Internet. Das kommt mir hier im Artikel etwas zu kurz. Die Empfehlung ab 6 Jahren den Konsum im Blick zu halten ist mir etwas zu wischi-waschi. So a la ab und zu mal nachschauen. Im Internet gibt es viele dunkle Ecken der Menschheit zu sehen, oft nur ein Fingertip entfernt dank Googlesuche und Wortvorschlägen. Da kann auch mal ein populäres Köpfungsvideo ganz oben in der Vorschlagsliste auftauchen. Das muss nicht sein…

    geschrieben am

    • Richard

      Richard Richard

      Antworten Autor

      @WIR
      Klar, doppelter Teil ist entfernt.

      geschrieben am

      • WiR

        WiR WiR

        Autor

        Super cool!

        geschrieben am


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