Es gibt wohl so viele Definitionen von Luxus, wie es Menschen gibt. Oder ähneln sich die Vorstellungen doch? Wir haben 9 Menschen auf einem Spaziergang durch Berlin-Neukölln gefragt, was sie sich als letztes gegönnt haben und wovon es mehr geben sollte.

„Nichts!“

Karim Waxteen

Karim Waxteen

#1 Was ist deine Definition von Luxus?
Hier sitzen zu können und zu lesen – kostet nichts.

#2 Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Nichts.

#3 Was findest du protzig?
Gier.

#4 Wovon sollte es mehr geben?
Mehr Einfachheit für die, die zu kompliziert sind. Also, Einfachheit schließt bei mir Bescheidenheit ein!

„Pizza für alle!“

Zoe (links) & Karo (rechts)

Zoe (links) & Karo (rechts)

#1 Was ist deine Definition von Luxus?
Zoe: Genügend zu haben, um alle Grundbedürfnisse zu deckenn. Das ist natürlich eine sehr subjektive Sache.
Karo: Gut ist, wenn man alles hat, was man braucht. Beim Luxus wird dann oft übertrieben.

#2 Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Zoe: Ich gönn` mir gern was Gutes zu essen!
Karo: Pizza! Wir sind erst vor kurzem hierher gezogen und haben noch keinen Ofen.

#3 Was findest du protzig?
Zoe: Angeberisches Verhalten. Also den Drang zu zeigen was man hat. Wohl aus innerer Unsicherheit.
Karo: Ja genau, angeberisches Verhalten… von Menschen die nie genug haben.

#4 Wovon sollte es mehr geben?
Zoe: Pizza für alle! (lacht) Und auch mehr Einfühlsamkeit…
Karo: …das dann am besten zu mehr Verständnis führt!

„Eine neue Uhr.“

Roland

Roland

#1 Was ist deine Definition von Luxus?
Gute Freunde, Zeit, Frieden und gutes Essen.

#2 Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Eine neue Uhr. Ich verwöhne mich gerne.

#3 Was findest du protzig?
Champagner und wenn Menschen teure Autos kaufen, obwohl sie sich diese nicht leisten können.

#4 Wovon sollte es mehr geben?
Mehr von dem was ich mir leisten kann, für Menschen, die sich genau das nicht leisten können.

„Ein schönes Essen.“

Maria

Maria

#1 Was ist deine Definition von Luxus?
Wenn man zu viel nimmt, was einem eigentlich nicht zusteht.

#2 Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Ein schönes Essen.

#3 Was findest du protzig?
SUVs.

#4 Wovon sollte es mehr geben?
Platz für Kinder.

„Einen geilen Urlaub!“

Sören (rechts) und Krabbenmaster (links), wollten anonym bleiben

Sören (rechts) und Krabbenmaster (links), wollten anonym bleiben

#1 Was ist deine Definition von Luxus?
Sören: Ein gutes Leben – Darunter würde ich natürlich nicht nur materielle Güter zählen, sondern auch so etwas wie jetzt hier um 16 Uhr ein Bierchen zu trinken.
Krabbenmaster: Luxus ist für uns, dass wir noch eine halbwegs bezahlbare Miete haben. Das sollte allerdings kein Luxus sein!

#2 Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Sören: Einen geilen Urlaub! Der ist schon eine Weile her, aber gut!
Krabbenmaster: Einen 800-Gramm-Eimer Krabben.

#3 Was findest du protzig?
Sören: Ich kann mit schicken Autos ja so gar nichts anfangen…
Krabbenmaster: Nicht nur Autos, sondern auch Kleidung und ähnliche Statussymbole…

#4 Wovon sollte es mehr geben?
Sören: Sehr viel mehr für alle! Und ein Mehr an weniger Sorgen…
Krabbenmaster: Großflächig mehr Empathie!

„Genug materielle Mittel, um mein kreatives Leben zu führen.“

Thomas

Thomas

 

#1 Was ist deine Definition von Luxus?
Thomas: Das ich genug materielle Mittel habe, um mein kreatives Leben zu führen. Das muss nicht viel sein.

#2 Was hast du dir als Letztes gegönnt?
Thomas: Einen schönen Urlaub in Andernach. Dort habe ich Hof und Garten bewirtschaftet und meine Ex-Frau war auch da.

#3 Was findest du protzig?
Thomas: Übertriebene Autos – Ich fahre gar keins!

#4 Wovon sollte es mehr geben?
Thomas: Mehr sollte es für uns alle geben, wie etwa eine Absicherung für Handwerkerinnen und Handwerker oder Kreative. Der Reichtum ist ungleich verteilt.


Wie sich das Bild von Luxus über die Jahrhunderte wandelt und wie er sich heute gerechter verteilen lassen würden, diskutieren wir in unserer neuen Luxus-Ausgabe.

transform ausgabe 5 luxus


Autor: Marius Hasenheit
Fotos: Maxim Zimmermann ist ein großer Liebhaber der analogen Technik, der aber gleichzeitig versucht am Puls des digitalen Zeitalters zu bleiben. Unter seinem Alten Ego  Ves_OFF (insta: green_vesoff / FB: @Ves_OFF) veröffentlicht er ausschließlich seine „on film-photos“, die er mit unterschiedlichen analogen Kameras aus seiner Sammlung shootet. Dabei geht es im in erster Linie um die Einzigartigkeit und das Unikate des Moments, der auf Film für immer und unverändert festgehalten bleibt. Des weiteren spielt für ihn der technologische Moment der verschiedenen Kameras eine ausschlaggebende Rolle. Denn jede Kamera bietet auf Grund ihrer technischen Besonderheiten ganz bestimmte ästhetische Akzente. „Ganz schön luxuriös!“, betont er in diesem Kontext.

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